| Im Zweifel GEGEN den Angeklagtern - jedenfalls wenn er schwul ist | Medienbericht/Leserbrief | ||
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Gepostet von: DPN ® 07/31/2004, 13:44:50 Profil des Autors Mail author |
«Zwei Versionen einer Geschichte, die im Rahmen langer Prozesstage alle Beteiligten und deren Vorstellungskraft überfordern sollte. Ist es möglich, dass ein junger, nach eigenen Angaben heterosexueller Mann, der im Gegenteil laut eigener Aussage "eher Probleme mit Schwulen" hat, sich von einem älteren Mann mitten in der Nacht einfach mal einen blasen lässt? Ist es möglich, dass man einen heterosexuellen Mann mit vorgehaltener Waffe dazu zwingen kann, eine Erektion nebst Samenerguss zu bekommen? Im Prozess vor dem Verdener Landgericht stand Aussage gegen Aussage, die Staatsanwältin (*) befand, dass Fuchs Version "jeglicher menschlichen Erfahrung" widerspreche - zumindest jener einer bürgerlichen Staatsanwältin aus Verden, die nachts mutmaßlich noch nie allein in einem Cruising-Park oder im Gebüsch einer einschlägigen Autobahnraststätte war. Die zu Rate gezogenen medizinischen Gutachter vertraten unterschiedliche Meinungen, die Staatsanwaltschaft kam jedoch zu dem Schluss: "Der Körper spielte mit, wo der Verstand nicht wollte." Gut Bescheid weiß man in Verden nämlich mit anderen grausamen Bildern: Im Stadtwald der Kleinstadt wurde im Mai 1992 die halb nackte Leiche eines dreizehnjährigen Jungen gefunden, Opfer jenes "Schwarzen Mannes" von dem man vermutet, dass er nun in Frankreich sein Unwesen treibt. Hatte Klaus Fuchs, ein Erzieher, der in einem Verein für straffällig gewordene Jugendliche tätig war, "einschlägig vorbestraft", die klischeehafte Verkörperung eines fehlgeleiteten pädagogischen Eros, einfach schlechte Karten vor Gericht? Die Tatwaffe wurde nie gefunden, ein Waffenbesitz konnte Fuchs nicht nachgewiesen werden, das Gericht vermutete, es habe sich eben um eine Schreckschusspistole gehandelt. Laut Aussage des Opfers hatte Fuchs die Pistole aus einer Ablage an der Fahrertür gezogen, eine spätere Besichtigung des Fahrzeugs ergab: Dort befand sich gar keine Ablage. Gutachter des Niedersächsischen Landeskriminalamts fanden eine eindeutig Nils J. zuzuordnende Spermaspur auf einer "altrosafarbenen Wolldecke", die sich laut Klaus Fuchs im Heck des Wagens befunden hatte, Nils J. konnte sich an keine Decke im Frontbereich erinnern. Es handelt sich um eine so genannte Abklatschspur, also um einen direkten Treffer, der nicht von einem auf die Decke gefallenen Stück Papier stammen kann - demnach hätte sich der Verkehr tatsächlich im Heck des Busses abgespielt, so wie Klaus Fuchs behauptet. Fuchs Geschichte deckt sich mit dem tatsächlichen zeitlichen Ablauf, der sich von vier Uhr morgens, einsetzender Morgendämmerung, bis sechs Uhr, zum Eintreffen der Polizei, erstreckte. Nils J.s Version der Geschichte hätte lediglich 45 Minuten in Anspruch genommen. Fuchs Verteidigung hatte mit einem Wettergutachten nachgewiesen, dass die "mittlere nautische Dämmerung" an diesem Morgen um vier eingesetzt hatte, Opfer und Täter hatten übereinstimmend beschrieben, dass sie zum Zeitpunkt der einsetzenden Dämmerung aufeinander getroffen waren. Eine von Fuchs Verteidigung geforderte Untersuchung aller im Auto befindlichen Haare wurde abgelehnt: zu aufwändig. Außerdem sei der Wagen erst vier Wochen nach der Tat sichergestellt worden, in diesem Zeitraum hätten die Haare des Opfers von anderen Personen in den Heckbereich verbracht werden können. Ein unverständlicher Ermittlungsfehler der Staatsanwaltschaft. Fuchs Anwälte sprechen gar von einem Justizirrtum: Damals hatten sie einen Befangenheitsantrag gegen die gesamte Strafkammer gestellt, vergeblich versucht, Fuchs aus der Untersuchungshaft herauszuholen. Bislang blieben alle juristischen Vorstöße in diese Richtung ohne Erfolg.» Ausführlich wird der Fall auf der eigens für diesen Fall eingerichteten Homepage dargestellt. *) Staatsanwältin war Regina Steinebach Zuständige (weisungsbefugte!) Oberstaatsanwältin: Silke Streichsbier Verantwortlicher Richter: Rüdiger Hustedt Anmerkung:
--modified by DPN at Sat, Jul 31, 2004, 13:46:21 |
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